Feb 26 2009

Ernährungsempfehlungen bei Rheuma

Zu den rheumatischen Erkrankungen zählen entzündliche Erkrankungen z.B. chronische Polyarthritis, Morbus Bechterew; Verschleißkrankheiten z.B. Arthrosen und Weichteilrheumatismus.

Die Ursachen dieser Krankheiten sind noch nicht vollständig erforscht. Es konnte aber gezeigt werden, dass bestimmte genetische Anlagen das Auftreten von Rheuma, durch eine Fehlreaktion des Immunsystems bei entzündlichen Prozessen, begünstigen. Die Immunabwehr, die den Körper normalerweise gegen schädliche Einflüsse schützen soll, richtet sich dann gegen sich selbst und ruft Entzündungen hervor (Autoimmun-Reaktion).
Entzündungen werden durch bestimmte Botenstoffe (Eicosanoide) gefördert. Sie werden aus Arachidonsäure im Körper gebildet.

Arachidonsäure kommt nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft vor, v.a. in Fleisch, Wurst, Eier, Schweineschmalz und Thunfisch.

Um den Entzündungsprozess zu vermindern gelten folgende Empfehlungen:

  • Ernähren Sie sich vorwiegend vegetarisch mit einer hohen Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (v.a. Omega-3-Fettsäuren). Sie kommen u.a. in Leinöl, Rapsöl und Walnuss(öl), sowie in fettreichem Seefisch wie Hering, Makrele und Lachs vor.
  • Normalisieren Sie Ihr Körpergewicht (BMI <25; BMI=Körpergewicht in kg:Körpergröße in m²), um die Gelenke zu entlasten.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Zufuhr an Calcium, um Osteoporose vorzubeugen. Damit das Calcium in die Knochen eingebaut werden kann, ist regelmäßige Bewegung nötig und Vitamin D (wird durch das Sonnenlicht von der Haut selbst gebildet).
  • Calciumreich sind u.a.: Milchprodukte, Grünkohl, Spinat, Mangold, Brokkoli, Mohn, Mandeln, Sesam, Haselnuss, Bohnen, calciumreiches Mineralwasser (>150 mg/l)

Die Antioxidantien Vitamin E, Vitamin C und ß-Carotin vermindern die Bildung von Entzündungsstoffen. Sie sind nur zu empfehlen, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitaminzusätze z.B. in Multivitaminsaft können sogar gefährlich sein, weil Vitamin E und ß-Carotin häufig überdosiert sind. Sie gehören zu den fettlöslichen Vitaminen und können deshalb nicht einfach ausgeschieden werden, sondern werden in der Leber gespeichert. Dort können sie zu chronischen Vergiftungserscheinungen führen.
Der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann keine gesunde Ernährung ersetzen, weil in den Lebensmittel weit mehr gesundheitsfördernde Stoffe stecken, als in einem Vitaminpräparat.

Besprechen Sie die Einnahme von Vitaminpräparaten oder Fischölkapseln immer vorher mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin, denn die Zufuhr an diesen Nährstoffen muss aufeinander abgestimmt sein.

  • reich an Vitamin E sind u.a.: Nüsse, Samen (Sonnenlumenkerne, Kürbiskerne etc.), Oliven, Weizenkeime und hochwertige kaltgepresste Pflanzenöle.
  • reich an Vitamin C sind u.a.: Acerola, Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Petersilie, Paprika, Fenchel, Brokkoli, Kiwi, Erdbeeren, Zitrusfrüchte
  • reich an ß-Carotin sind u.a.: Mango, Melone, Aprikosen, Nektarinen, Holunderbeersaft, Möhren, Fenchel, Spinat, Grünkohl, Kürbis, Feldsalat, Porree; ß-Carotin benötigt Fett, um vom Körper optimal aufgenommen zu werden. Geben zu deshalb immer etwas (!) Öl an Ihr Gemüse.