Harnsteine
Harnsteine können sich im gesamten Harntrakt bilden. Je nach Lokalisation spricht man u.a. von Nierensteinen, Harnleitersteinen und Blasensteinen. Sie entstehen durch Auskristallisation von Substanzen, die mit dem Harn ausgeschieden werden. Am häufigsten sind Calciumoxalatsteine.
Die Ursachen sind vielfältig, eine ungünstige Ernährungsweise spielt jedoch als Auslöser eine wichtige Rolle. Da sich Harnsteine immer wieder bilden können, ist eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten die entscheidende vorbeugende Maßnahme.
Die Umsetzung folgender Ernährungsempfehlungen beugt einer erneuten Harnsteinbildung vor:
- Erhöhen Sie Ihre tägliche Trinkmenge auf 2,5-3 l. Besonders günstig sind mineralstoffarme, natriumarme Mineralwässer (vergleichen Sie die Angaben auf dem Etikett) mit einem Spritzer Zitronensaft, sowie verdünnte Fruchtsäfte v.a. aus Zitrusfrüchten (Orange, Grapefruit).
- Meiden Sie Alkohol, er fördert die Harnsteinbildung.
- Essen Sie weniger Fleisch und Wurst: Die DGE empfiehlt für eine gesunde Ernährung max. 300-600 g pro Woche. (1 Scheibe Wurst wiegt ca. 30 g) Tierisches Eiweiß fördert die Harnsteinbildung durch Senkung des ph-Wertes im Harn und durch die Steigerung der Calciumaussscheidung.
- Essen Sie weniger purinreiche Lebensmittel: Fleisch, Wurst, Innereien, Hefepasten, einige Fischarten wie: Sprotte, Sardelle, Forelle und Hülsenfrüchte. Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut und über die Niere ausgeschieden. Zu viel Harnsäure begünstigt die Bildung von Nierensteinen.
- Nehmen Sie nicht mehr als die empfohlene tägl. Calciummenge von 1000 mg auf: 1 Scheibe Käse enthält ca. 300 mg Calcium, Joghurt, Milch, Quark pro 150 g ca. 200 mg. Nehmen Sie keine Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium ein, denn eine Brausetablette enthält meist bereits 1000 mg Calcium! Eine erhöhte Calciumaufnahme führt zu einer vermehrten Ausscheidung an Calcium und begünstigt so die Harnsteinbildung.
- Schränken Sie Ihrem Zuckerkonsum ein: Zucker, Limonaden, Süßigkeiten erhöhen ebenfalls die Calciumausscheidung.
- Verwenden Sie sparsam Salz: Natrium erhöht die Calciumausscheidung. Verwenden Sie lieber Kräuter und Gewürze zum verfeinern.
- Meiden Sie oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Rhabarber, Mangold, Spinat und Rote Beete.
- Magnesium hemmt die Bildung von Calciumoxalatsteinen und ist deshalb besonders günstig. Magnesiumreiche Lebensmittel sind: Obst, Gemüse v.a. Fenchel, Mais, Avocado, Datteln, Banane, Beeren und Vollkornprodukte.
- Ballaststoffe verhindern die Aufnahme von Calcium aus dem Darm, dadurch sinkt die Calciumausscheidung über die Nieren. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind: Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Vorsicht: Kleie als Nahrungsergänzung ist wegen dem hohen Gehalt an Oxalsäure ungünstig.
Um eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung nach Ihrem Geschmack sicherzustellen, ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.
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