Apr 10 2009

Arteriosklerose

Arteriosklerose wird umgangssprachlich auch als Arterien- oder Adernverkalkung bezeichnet.
Es handelt sich um einen chronisch-entzündlichen Prozess, der mit der Verletzung eine Arterie (Blutgefäß) beginnt. In Folge dessen lagern sich verschiedene Substanzen an der inneren Arterienwand ab. Das Blutgefäß wird enger. Ist es ganz verschlossen, können die angrenzenden Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen sind die Folge.
Eine Verengung der Arterien in Armen und Beinen wird als periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) bezeichnet. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen auch an einer Arteriosklerose des Herzens (koronare Herzkrankheit = KHK).
Arteriosklerose mit seinen Folgen ist die häufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern.
Es ist eine gefährliche Erkrankung, weil Sie sich langsam und ohne Symptome entwickelt.

Risikofaktoren

Faktoren, die zu einer Gefäßschädigung führen können, sind u.a.:

Faktoren die Arteriosklerose begünstigen:

  • Diabetes mellitus, besonders bei langfristig schlecht eingestellten Blutzuckerwerten: der HbA1c-Wert sollte unter 6,5% (43 mmol/mol) liegen
  • Bewegungsmangel
  • Genetische Veranlagung
  • Männliches Geschlecht
  • Lebensalter (Frauen über 55, Männer über 45 Jahre)
  • Erhöhter Blutspiegel von Homocystein
  • Erhöhter Blutspiegel von Fibrinogen (Gerinnungsfaktor)
  • Übergewicht (Adipositas): BMI >30; Taillenumfang Frauen > 80 cm; Männer > 94 cm
    • BMI = (Körpergewicht in kg) : (Körpergröße in m²)

Vorbeugung

Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung sind die Senkung der Cholesterinwerte und des Blutdrucks.

  • Bewegung: mind. 20 min 2-3 mal pro Woche                             Regelmäßige Bewegung senkt den Körperfettanteil, den Cholesterinspiegel und den Blutdruck.
  • Rauchen aufgeben: bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten, die aufgehört haben zu Rauchen, sinkt das Herzinfarkt Risiko schon nach 2-3 Jahren auf Nichtraucherniveau
  • Übergewicht abbauen

Ernährung

Auf dem Speiseplan sollten mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, Nüsse, pflanzliche Öle und Fisch stehen, dafür weniger gesättigte Fettsäuren aus Fleisch, Wurst und fettreichen Milchprodukten.

Siehe Empfehlungen bei erhöhtem Cholesterinspiegel.

Antioxidantien
Antioxidative Vitamine können eine Oxidation von LDL-Cholesterin verhindern. Oxidiertes LDL ist maßgeblich an der Plaquebildung in den Arterien beteiligt.
Antioxidative Vitamine sind Vitamin E, Vitamin C und ß-Carotin.

Sie sind nur zu empfehlen, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitaminzusätze z.B. in Multivitaminsaft können sogar gefährlich sein, weil Vitamin E und ß-Carotin häufig überdosiert sind. Sie gehören zu den fettlöslichen Vitaminen und können deshalb nicht einfach ausgeschieden werden, sondern werden in der Leber gespeichert. Dort können sie zu chronischen Vergiftungserscheinungen führen. Der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann keine gesunde Ernährung ersetzen, weil in den Lebensmittel weit mehr gesundheitsfördernde Stoffe stecken, als in einem Vitaminpräparat. Besprechen Sie die Einnahme von Vitaminpräparaten oder Fischölkapseln immer vorher mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin, denn die Zufuhr an diesen Nährstoffen muss aufeinander abgestimmt sein.

  • reich an Vitamin E sind u.a.: Nüsse, Samen (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc.), Oliven, Weizenkeime und hochwertige kaltgepresste Pflanzenöle.
  • reich an Vitamin C sind u.a.: Acerola, Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Petersilie, Paprika, Fenchel, Brokkoli, Kiwi, Erdbeeren, Zitrusfrüchte
  • reich an ß-Carotin sind u.a.: Mango, Melone, Aprikosen, Nektarinen, Holunderbeersaft, Möhren, Fenchel, Spinat, Grünkohl, Kürbis, Feldsalat, Porree; ß-Carotin benötigt Fett, um vom Körper optimal aufgenommen zu werden. Geben zu deshalb immer etwas (!) Öl an Ihr Gemüse.

Alkohol

10-30 g Alkohol pro Tag für Männer und 10-20 g für Frauen kann das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren. Allerdings steigt das Krebsrisiko bereits bei diesen Mengen.
10 g Alkohol entsprechen einem kleinen Glas Rotwein (125 ml) oder einem Glas Bier (250 ml).

Knoblauch

Knoblauch vermindert die Plaquebildung in den Arterien und hält sie elastisch, aber nur im Rahmen einer gesunden Ernährung. Knoblauch kann die schädliche Wirkung einer ungesunden Ernährung nicht ausgleichen.

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